Winzige Wohnungen in Kaufering

27.11.2017 10:16

Die Marktgemeinde will einen Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße schaffen. Darin soll es 60 Appartements zwischen 22 und 27 Quadratmetern geben. von Romi Löbhard

Mikrowohnung – Trend der Zukunft, und das nicht nur in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt? Es sieht fast so aus, als würde diese Art des Wohnens durch immer höheren Mieten in der Stadt auch aufs Land gespült werden. In Kaufering jedenfalls wird es bald einen Gebäudekomplex mit 60 Mikrowohnungen geben – Größe zwischen 22 und 27 Quadratmetern.

In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung erhielt der Landsberger Peter Kerler vom Unternehmen Inventus.blue die Möglichkeit, das Projekt vorzustellen, nach kurzer Diskussion wurde das gemeindliche Einvernehmen mit 20:2 Stimmen erteilt. „Seit heute sind wir offizieller Eigentümer“, sagte Kerler über die Fläche an der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhofsgebäude, auf der gebaut werden soll. Anfangs seien auch Reihen- oder Mehrfamilienhäuser in der Überlegung gewesen, beides hatte sich laut Kerler als schwierig umzusetzen erwiesen.

Pro Appartement zwei Fahrradständer
So sei die Idee mit den Mikrowohnungen entstanden. Geplant sind zwei nach Südwesten ausgerichtete Gebäude in L-Form. Garagen seien bei der Planung ein Riesenthema gewesen, letztendlich fiel der Entschluss, ein Tiefgarage mit 50 Stellplätzen zu konzipieren. Zusätzlich sind pro Appartement zwei Fahrradständer vorgesehen. Die Kleinstwohnungen im Erdgeschoss verfügen über eine Terrasse, im Obergeschoss gibt es nur französische Balkone. Ein gewisser Prozentsatz wird barrierefrei konzipiert, die Häuser sind mit Schallschutzklasse 3 ausgestattet. Es gibt Gemeinschaftsanlagen wie Abstell- und Waschmaschinenräume, Lifte.

Wohnungen sind möbliert
Weitere Besonderheit von „micro living“, wie diese Kleinstbehausungen im Fachjargon heißen, ist die komplette Möblierung. Dabei werde nicht gespart, versprach Kerler, die Einbauten seien gediegen. Der Bauherr sieht einen großen Bedarf für die Appartements und schätzt die geplante Kauferinger Anlage bedingt durch die hervorragende Anbindung an Augsburg und München, als gefragt ein. „Als monatliche Kaltmiete schweben uns 450 Euro vor“, so Kerler auf Nachfrage. Dazu kommen sämtliche Nebenkosten, ein Tiefgaragenstellplatz ist ebenfalls noch nicht dabei. Die angefragte Option „Kaufen als Investition“ konnte der Bauträger noch nicht schlussendlich beantworten. „Wir werden auf jeden Fall einen Teil der Wohnungen behalten und selbst vermieten“, erklärte er, „und sicher auch welche verkaufen“.

Thomas Harbich (CSU) äußerte große Bedenken zu dem Bauprojekt. Dazu sagte Bürgermeister Erich Püttner, der Bau sei nach Paragraf 34 BauGB zu beurteilen und danach zu 100 Prozent in Ordnung. „Die Anlage mit 60 Wohnungen auf engstem Raum ändert das soziale Umfeld“, befürchtet Manfred Nieß und sieht dadurch mögliche Probleme auf den Ort zukommen. „Man hätte zumindest vorher mit den Nachbarn sprechen und sie auf das Bauvorhaben hinweisen sollen.“
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